Ionenkanäle sind mehr als Poren
Ionenkanäle kennt man vor allem als winzige Poren in der Zellmembran. Durch sie können elektrisch geladene Teilchen wie Natrium, Kalium, Calcium oder Chlorid in eine Zelle hinein- oder aus ihr herausströmen. Diese Ströme sind für zahlreiche grundlegende Funktionen unseres Körpers entscheidend. Im Nervensystem ermöglichen sie die elektrische Erregbarkeit von Nervenzellen, in Muskelzellen steuern sie die Kontraktion, und auch Immunzellen nutzen Ionenkanäle für Aktivierung, Bewegung und Kommunikation. Lange Zeit wurde die Funktion dieser Proteine daher vor allem über ihre Leitfähigkeit verstanden: Ein Kanal öffnet sich, Ionen fließen, ein biologisches Signal entsteht. In einem aktuellen Review in Current Opinion in Immunology zeigen wir jedoch, dass dieses klassische Bild zu kurz greift. Ionenkanäle können weit mehr sein als reine Durchgänge durch die Zellmembran. Sie können als molekulare Gerüste dienen, lokale Signalräume organisieren, an bestimmten Orten innerhalb der Zelle wirken und teilweise sogar größere Botenstoffe transportieren.
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